Die Frau, die liebte – Urauführung
Frei nach dem Roman „Die Herren“ von Angelika Schrobsdorff
Premiere am Freitag, den 24. November 2025 um 20 Uhr
Um was geht es? Das Wesen der Liebe, das Wesen der Frau. Wer hätte je verstehen können, was das ist? Offenbar handelt es sich um eine Lebensform von einem anderen Planeten und die Frauen selbst stimmen mitunter dieser Einschätzung zu. Umso dringlicher ist es einer Frau zuzuhören, die sämtliche Höhen und Tiefen ihrer ebenso komischen wie tragischen Suche nach Liebe in all ihren erotischen und romantischen Spielarten durchläuft und uns tabulos daran teilhaben lässt.
Die Adaption des Romans DIE HERREN von Angelika Schrobsdorff für das Theater eröffnet uns einen offenen Blick in die Innenwelt einer Frau, die in der Inszenierung zu jeder Frau wird. Was wir von einer Frau nie zu hören bekommen, wird hier sensibel und mit einer rückhaltlosen Offenheit ‚live‘ erlebt von einer Ausnahme-Schauspielerin – Valentina Sadiku -, die es schafft, die Seelenlandschaften und auch die verrücktesten Abenteuer und Wirren des Begehrens und der Liebe in diesem fulminant tragikomischen Abend tief auszuloten. Kongenial akkompagniert wird sie von dem virtuos aufspielenden Martin Olbertz, dem es gelingt, den Männern im Leben einer Frau komische Gestalt und tragische Seele zu verleihen. Wir nehmen staunend teil an den endlosen Versuchen einer, aber auch jeder Menschenfrau in der Liebe zur Erfüllung zu kommen. Dass es bei diesem Bestreben wie in der Geschichte von Sisyphos kein Ende geben kann, erkennen wir im Laufe dieses fulminanten Theaterabends mit Schrecken.
Mit dieser Inszenierung führen wir unsere Auseinandersetzung mit starken Frauenfiguren fort. Selten ist es einer Schriftstellerin so gut gelungen, Züge ihres eigenen Schicksals mit solcher Eindringlichkeit zu formen wie es Schrobsdorff mit der Figur der Halbjüdin Eveline gelingt, die als Sechzehnjährige das Kriegsende in Bulgarien erlebt und, kaum erwachsen, lebenshungrig in das besetzte Deutschland zurückkehrt. Die „Herren“, das sind nicht nur die politischen Machthaber, sondern auch die Männer, die das Leben des jungen Mädchens geprägt haben, von der ersten Liebe über den Filmregisseur, an dem ihre Ehe zerbricht, bis zu dem ersten Mann, der sie abweist. Angelika Schrobsdorff formulierte schmerzhaft ehrlich, was in den 60er- oder 70er-Jahren oft tabu war. Dieser Abend eröffnet einer Frau die absolute Freiheit alles zu sagen – radikal und ohne Scham – und das tut die Schauspielerin Valentina Sadiku als eine Frau, die mit bewunderungswürdiger Durchdringung und rückhaltloser Radikalität ihr Innenleben mit ins Spiel bringt.
Fassung & Regie: Peter Staatsmann
Dramaturgie & Kostüme: Bettina Schültke
Musikalische Leitung und Livemusik: Dorin Grama
Videos & Animationen: Alana Nastold
Es spielen: Valentina Sadiku und Martin Olbertz







































