Abschiedsbrief
von Audrey Schebat
Premiere am 21. März 2026 im Zimmertheater
„Wir haben besseres zu tun, als Leute wie wir zu bleiben.“
Alles hinter sich lassen, Schluss machen, einfach verschwinden, ohne einen Abschiedsbrief zu schreiben? Genau das hat der erfahrene Psychoanalytiker Julien vor. Aus einem merkwürdigen Gefühl heraus kehrt seine Frau Maud, gerade zur „Pianistin des Jahres“ gekürt, früher von ihrer Konzertreise zurück. Zuhause erwartet sie ein Schock: Julien sitzt da mit einem Strick um den Hals – aber er lebt. Noch verstörender: Es gibt keinen Abschiedsbrief, keine Erklärung. Was folgt, ist eine aufwühlende Nacht voller pointierter, emotionaler Dialoge zwischen zwei Menschen, die einander einst nahe waren – und sich nun plötzlich fremd gegenüberstehen. Was hält eine Beziehung wirklich zusammen? Liebe? Gewohnheit? Angst? Oder Illusionen? Ungeheuer wütend, leidenschaftlich, aber immer voller Witz, Schärfe und Gefühl, ringen sie miteinander: Kindheitserinnerungen mischen sich mit intimen Geständnissen, radikalen Sinnfragen und schonungslosen Abrechnungen. Es brechen Illusionen zusammen und lang verdrängte Wahrheiten kommen ans Licht. In dieser Nacht wird sich entscheiden, ob sich die beiden endgültig trennen oder neu ineinander verlieben.
Das Erstaunliche an Audrey Schebats Stück ist, dass die Schwere des Themas von einer humorvollen Leichtigkeit getragen wird. Vielleicht können das nur französische Komödien-Autorinnen und Autoren – über ein ernstes Thema eine Gesellschaftskomödie zu schreiben ohne respektlos oder überheblich zu klingen. Der Regisseurin und Autorin Schebat ist es gelungen. Ihr erstes Theaterstück „Der Sittich“ lief in Frankreich über 200 Mal. „Der Abschiedsbrief“ („La Note“) wurde 2023 in Paris am Théâtre des Bouffes Parisiens mit Sophie Marceau und François Berléand uraufgeführt.
Ein Abend, der vom Loslassen und Neuanfangen erzählt, aber auch vom Mut, den es braucht, das Leben zu meistern und vielleicht auch die Geschichte eines mutigen Aufbruchs in eine unbekannte Zukunft.
Regie: Peter Staatsmann
Dramaturgie und Kostüme: Bettina Schültke
Bühne: Alana Nastold
Es spielen: Valentina Sadiku und Martin Olbertz
